Bei einem Grauen Star handelt es sich um eine Eintrübung der Augenlinse. Die meist altersbedingte Erkrankung trifft fast jeden Menschen, in der Regel zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr. Über 70-Jährige haben in ca. 90 % einen (beginnenden) Grauen Star. Bei mehr als 50 % der über 75- Jährigen liegt deshalb eine Beeinträchtigung des Sehens vor.

In seltenen Fällen kann sich der Graue Star auch aufgrund einer Verletzung oder infolge einer anderen Grunderkrankung entwickeln. Auch ein medikamentös bedingter Grauer Star, zum Beispiel durch die Einnahme von Kortison ist möglich.

Ein Grauer Star kann nur durch einen operativen Eingriff behandelt werden. Mit über 900.000 Operationen jährlich alleine in Deutschland zählt dieser Eingriff zu den häufigsten am menschlichen Körper weltweit. 

Die Behandlung des Grauen Stars ist die Kernkompetenz unseres Augenzentrums. Sowohl bei der Diagnostik als auch bei der Behandlung setzen wir dabei auf modernste Techniken und minimalinvasive Verfahren.

Diagnose und Voruntersuchung

Die Diagnose ist für uns einfach und bedarf in der Regel lediglich einer Spaltlampenuntersuchung, eventuell nach medikamentös (Tropfen) eingeleiteter Pupillenerweiterung.

Größeres Augenmerk gilt nach der Diagnose der Voruntersuchung für die Operation des Grauen Stars. Nur wenn wir alle Parameter exakt ermitteln, erreichen wir nach dem Eingriff das für Sie optimale Ergebnis. Für diese Messungen stehen uns zahlreiche moderne und äußert präzise Geräte in unseren Praxen zur Verfügung:

  • IOL-Master
    Mit dem IOL-Master erfolgt die Biometrie, also die optische Längenausmessung Ihrer Augen, um die für Sie passende neue Kunstlinse zu bestimmen. In unserem Augenzentrum setzen wir die neueste Generation des IOL-Masters mit integriertem OCT und einer Messung der hinteren Hornhautoberfläche ein.

  • Hornhauttopographie mit Scheimpflug
    Die Pentacam Untersuchung ist der Goldstandard in der Vorderabschnittstomographie des Auges. Sie ist eine Kombination aus Spaltbeleuchtung und Scheimpflugkamera, welche sich gemeinsam um das Auge drehen und die gesamte Augenvorderkammer in allen Segmentpositionen aufnehmen. Alles Schnittbilder werden gespeichert und zu einem dreidimensionalen Modell der gesamten Vorderkammer zusammengesetzt. Aus diesen Daten können dann Höhendaten, Krümmungsdaten, Pachymetriedaten und Tiefe der Vorderkammer generiert werden. Dieses berührungslose und hygienische Messverfahren dauert nur wenige Sekunden.

Sollten Sie sich für eine Premium-Linse entscheiden, also eine neue Kunstlinse mit Mehrwert, die Ihnen beispielsweise nach der OP mehr Brillenfreiheit ermöglicht, ist unsere Premium-Biometrie die Grundvoraussetzung. Ein wirklich optimales Seherlebnis nach der Behandlung ist nur mit einer präzisen und detaillierten Voruntersuchung zu erreichen.

Neben allen technischen Geräten und Untersuchungen ist auch die langjährige Erfahrung ein entscheidender Faktor für das Gelingen der Behandlung. Die Kataraktoperation ist unsere Kernkompetenz. Auch wenn jedes Auge individueller als ein Fingerabdruck ist, spielen Kompetenz und Erfahrung auch bei einem Routineeingriff wie der Grauen Star Operation eine wesentliche Rolle.

Unsere Linsen (IOL)

Um den Grauen Star zu behandeln, entfernen wir die trüb gewordene natürliche Linse aus Ihrem Auge und ersetzen sie durch eine Kunstlinse, auch Intraocularlinse (IOL) genannt. Dabei verwenden wir ausschließlich hochwertige Linsen namhafter und zuverlässiger Hersteller.

Die Standardlinse ist eine monofokale Linse, mit der Sie nach der Operation gut in der Ferne oder in der Nähe sehen können. Für den jeweils anderen Bereich benötigen Sie nach der OP eine Sehhilfe. Die Kosten für die Standardlinse übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

Bester Service für unsere Patienten

Für ein optimales postoperatives Sehergebnis erhalten unsere Patienten bei Bedarf asphärische Linsen oder Linsen mit Blaulichtfilter zum Schutz der Makula ohne Zuzahlung!

Torische Linsen kommen als Lösung in Frage, wenn Sie unter einer Hornhautverkrümmung leiden und in Zukunft nicht mehr auf Ihre Brille bei der Fernsicht angewiesen sein möchten. Sofern Sie gesetzlich versichert sind, übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten für die Behandlung und Sie müssen lediglich die Kosten für die Linse und die entsprechenden prä- und postoperativen Untersuchungen als Eigenzahlung leisten.

EDOF-Linsen sind eine optimale Lösung für Patienten, für die beispielsweise eine Multifolkal-Linse nicht geeignet ist. Die Bezeichnung EDOF steht dabei für den erweiterten Brennpunkt: „extended depth of focus“. Diese Linse sorgt dafür, dass Sie nach dem Eingriff sowohl in der Ferne, aber auch in dem mittleren Sehbereich, dem intermediären Sehen, eine sehr gute Sicht haben. Dies erleichtert alltägliche Situationen wie Bildschirmarbeit, das Ablesen von Armaturen und Navigation im Auto oder beim Kochen. Lediglich für die Nähe, also zum Beispiel beim Lesen der Zeitung benötigen Sie weiterhin eine Lesebrille.

Multifokale Linsen ermöglichen Ihnen mehr Brillenunabhängigkeit. Diese Premium-Linse besteht aus mehreren Brennweiten, damit Sie sowohl in der Nähe als auch in der Ferne scharf sehen können. Sie projiziert durch die verschiedenen Brennpunkte mehrere Bilder auf die Netzhaut, woran Sie sich erstmal gewöhnen müssen. Daher kann sich Ihr Sehvermögen nach der OP noch stetig verbessern. Damit Sie im Anschluss beim Autofahren sowie beim Lesen von Texten oder Nachrichten auf Ihrem Smartphone auf Ihre bisherige Sehhilfe verzichten können, ist die detaillierte Voruntersuchung mittels Premium-Biometrie und die Ermittlung Ihrer Sehbedürfnisse besonders wichtig. Natürlich ist auch eine Kombination aus torischer und multifokaler Linse möglich.

Ablauf der OP

Eine Operation ist die einzige Behandlungsmöglichkeit bei Grauem Star. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige OP-Methoden vor und erklären Ihnen kurz den Ablauf des Eingriffs.  

Zunächst besprechen wir mit Ihnen im Vorfeld alle Details über Ihren allgemeinen Gesundheitszustand, bestehende Erkrankungen und die Medikamente, die Sie einnehmen. Den Eingriff führen wir ambulant in Lokalanästhesie durch. Das bedeutet, dass wir das zu operierende Auge mittels Tropfen betäuben. Sie selbst sind bei der Operation, die nur wenige Minuten dauert und völlig schmerzfrei ist, angenehm entspannt und wach. Auf Wunsch ist auch ein Dämmerschlaf möglich.

Am Tag der Operation nehmen Sie bitte alle üblichen Medikamente wie gewohnt ein. Frühstücken Sie bitte ganz normal. Bitte nicht schminken oder eincremen. Wählen Sie bequeme Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen. Wichtig ist, dass Sie nach der Operation kein Fahrzeug im Straßenverkehr bewegen dürfen. Kommen Sie daher bitte mit einer Begleitperson. Planen Sie für den OP-Tag bitte eine Aufenthaltszeit von 1-2 Stunden in unserem Augenzentrum ein.

OP-Methoden

Die klassische Methode ist das Ultraschallverfahren (Phakoemulsifikation). Hierbei wird eine vibrierende Hohlsonde in die Linse eingeführt. Die durch die Stoßwellen freigesetzte Energie zerteilt die Linse so, dass sie in kleinere Stücke bricht, die dann abgesaugt werden können. Bei diesem Vorgang entstehen Hitze und energiereiche Stoßwellen. Daher muss der Operateur sehr darauf achten, dass Linsenkapsel, Iris und Hornhaut nicht mit der Sonde in Berührung kommen. 

Bei der Ultraschallmethode setzen wir stets wiederverwendbare Instrumente ein. Unsere zertifizierte Sterilgut-Assistentin bereitet sie nach jeder Operation mit einer maschinellen Reinigung, Desinfektion und Sterilisation auf.

FEMTOSEKUNDENLASER

Neben der Auswahl der für Sie individuell geeigneten Intraokularlinse (IOL) ist die Technik der Operation für Ihr Sehergebnis entscheidend. Hierbei hat die moderne Augenheilkunde in den letzten Jahren vor allem auf dem Gebiet der Lasertechnologie neue Maßstäbe gesetzt. 

Seit einigen Jahren kommt es bei der Grauen Star-Behandlung häufig zur Unterstützung durch einen Femtosekundenlaser. Diese neue Technologie steht für die moderne Kataraktchirurgie.

Der Laser präpariert die Linsenkapsel computergesteuert perfekt kreisförmig mit maximaler Präzision und gewährleistet eine optimale, gleichmäßige Zerteilung der eingetrübten Linse für ein erleichtertes Absaugen. Hierbei kann auf einen Großteil der Ultraschallenergie verzichtet werden.

Die Verwendung des Lasers erfordert einen zusätzlichen Aufwand, der wie viele fortschrittliche Therapiemöglichkeiten bislang noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen wird.

NANO-LASERTECHNIK

Der Nanolaser – auch Nano-Cat oder Nano­Katarakt genannt – ist die neueste Entwicklung im Bereich der Linsenchirurgie. Diese Methode wird bei der Linsenimplantation zur Korrektur von Alterssichtigkeit als auch bei der Operation des Grauen Star eingesetzt, um die natürliche Augenlinse zu entfernen. Mittels ultrakurzer Laserimpluse im Nanosekundenbereich kann die natürliche Linse verflüssigt und abgesaugt werden. Man spricht hier auch vom schonenden Kaltlaser-Verfahren.

Die Laser-Linsenoperation erreicht mit dem Einsatz des Nanolasers ein hohes Maß an Präzision und Sicherheit. Einen großen Vorteil für die Hygienesicherheit bringt der Nanolaser durch die Verwendung von Einmalsonden.

ALL-LASER-LASERTECHNIK

Bei der All-Laser-Methode kombinieren wir alle Vorteile der modernen
Lasertechnologie und sorgen somit für eine hochpräzise und für das Auge die schonendste Art der Katarakt-Behandlung.

Der Femtosekundenlaser teilt die eingetrübte Linse zunächst in viele kleine Stücke. Diese werden anschließend von der dünnen Nanolasersonde zerkleinert und abgesaugt. Während beim herkömmlichen Absaugen per Ultraschall die empfindliche Hornhaut des Auges strapaziert werden kann, ist der Laser sehr schonend und das Auge erholt sich schnell.

Übersicht über die OP-Verfahren

SchnittRhexisLinsenzertrümmerungIOLImplantation
UltraschallSkalpellNadelUltraschallManuell
NanolaserSkalpellNadelLaserAutomatisiert
FemtolaserLaserLaserUltraschallAutomatisiert
All-LaserTechnikLaserLaserLaserAutomatisiert

Nach der OP

Am Tag nach der Behandlung erfolgt der erste Nachsorgetermin. Das Sehvermögen sollte sich bereits gebessert haben, steigert sich aber auch noch in den folgenden 7-10 Tagen. Sie sollten das operierte Auge noch etwas schonen und in den ersten 7 Tagen bitte nicht am Auge reiben und auf Sport sowie Schminke verzichten. Wir vereinbaren mit Ihnen weitere Kontrolltermine, um die Entwicklung des Auges zu beobachten.

Nachstarbehandlung

Häufig kommt es vor, dass Patienten nach einer erfolgreichen Operation des Grauen Stars plötzlich eine Sehverschlechterung feststellen. Diese kann nach wenigen Monaten oder auch erst nach mehreren Jahren auftreten. Die Ursache hierfür kann ein sogenannter Nachstar sein. Dabei handelt es sich um eine leichte Eintrübung oder Vernarbung des Kapselsacks, in dem sich die neue Kunstlinse befindet. Dies ist allerdings kein Grund zur Sorge, denn den Nachstar können wir durch eine kleine Laserbehandlung, der YAG-Laser-Kapsulotomie, entfernen. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten, ist völlig schmerzfrei und erfolgt ambulant.